Jahresbericht 2002

April

09.04.02: 
Lehrerfortbildung im PTI Hamburg: „Grundkurs Islam“ zum Rahmenthema 4 des Hamburger Religionsunterrichts 
(Sek. I)).

Rahmenthema 1: „Ich lerne mich selbst und die Anderen besser kennen“ 
Rahmenthema 2: „Wir leben in Gemeinschaft“ 
Rahmenthema 3: „Was Menschen in ihrem Glauben wichtig ist“ 
Rahmenthema 4: „Wir leben in Einer Welt“


15.04.02: IWB Presseerklärung


Erläuterung.
Um die Öffentlichkeit über die Gründungsziele des IWB zu informieren, wurde eine Pressekonferenz einberufen, zu der die VertreterInnen der lokalen Harburger Zeitungen, des Senders Hamburg1 sowie, Politiker aus der SPD, CDU und den Grünen kamen. Auch ein Pastor der Evangelischen Gemeinde, sowie Vertreter der Harburger Polizei und Harburger Bürger waren anwesend. Das IWB klärte über sein Konzept auf und bat sie weiteren Interessenten an.

16.04.02:
Lehrerfortbildung im PTI Hamburg: „Grundkurs Islam“ Abschlusssitzung

Erläuterung:
In Fortbildungsseminaren werden den LehrerInnen die wichtigsten Grundkenntnisse über den Islam (wie z.B. der Umgang mit dem Koran als Schlüssel zum Verständnis des Islam) beigebracht. Sie bekommen auch die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen. Diese werden im Laufe der Fortbildung beantwortet. Zu den erforderlichen Grundlagen kommt das behandeln der Rahmenthemen 1-4 des Religionsunterrichts hinzu.

21.04.02: 
Fortbildung über „Islam im Dialog“ für muslimische Mädchen und Frauen in Rheda/Wiedenbrück (1)

Erläuterung:
Auf Anfrage der muslimischen Frauenvereinigung Bielefeld (Frau Altin) wurde für Musliminnen eine Fortbildung organisiert, in der Methoden des Dialogs erarbeitet wurden. Dazu wurden die häufigsten Fragen aus dem interreligiösen Dialog analysiert und beantwortet.

22.04.02: 
Anhörung im Harburger Rathaus zum Konzept des IWB

Erläuterung:
Aufgrund der durch die Ereignisse vom 11. September geschürten Ängste, hat es auf die Ankündigung, in Harburg eine islamische Bildungsinstitution zu gründen, einige Proteste von Seiten der Harburger CDU-Fraktion gegeben. Um das Konzept des IWB zu erläutern und um die Fragen der PolitikerInnen zu beantworten, sind Vertreter der Centrum-Moschee und des IWB zu einer Anhörung im Harburger Rathaus erschienen. Obwohl die Anhörung öffentlich sein sollte, haben CDU- und Schill-Fraktion eine „geheime Sitzung“ gefordert, worauf die Anhörung durch Protest der SPD- und Grünen-Fraktion geplatzt ist. Es folgte dann ein längeres Gespräch mit der SPD- und Grünen-Fraktion. Diese begrüßten das IWB sehr und boten ihre Zusammenarbeit an.

26.04.02: 
Vortrag in der Ost-Akademie Lüneburg über „Islamische Bildung“ („Interreligiöse Erziehung und politische Bildung“. Veranstalter: Bundeszentrale für politische Bildung)

Erläuterung:
Auf einer dreitägigen Veranstaltung wurden verschiedene Vorträge über Themen des Islam in Deutschland gehalten. Dabei schloss der Gedanke der interreligiösen Erziehung nicht nur Religion, sondern auch Geschichte und Politik mit ein.


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Mai 
09-12.05.
02: Vortrag über „Islamische Bildung in Deutschland“ zum 4. Internationalen Rudolf-Otto-Symposion (Veranstalter: Universität Marburg)

Erläuterung:
Auf einer viertägigen Veranstaltung an der Universität von Marburg wurden zum Thema „Religiöse Minderheiten – Potentiale für Konflikt und Frieden“ verschiedene wissenschaftliche Vorträge aus jüdischer, buddhistischer, christlicher und islamsicher Perspektive gehalten. Der islamische Beitrag (Ali Özdil) sollte über die Forderungen der Muslime nach einem islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und über das, was in Korankursen gelehrt wird sowie über die Notwendigkeit eines Lehrstuhls für islamische Theologie an deutschen Hochschulen aufklären und die damit verbundenen Chancen und Konflikte beleuchten.

16.05.02:
IfL Lehrerfortbildung in der Handelsschule Holstenwall: „Muslimische Jugendliche und Familien“

Erläuterung:
Auf Anfrage der Handelsschule Holstenwall wurde für alle LehrerInnen der Schule eine Fortbildung durchgeführt. Dabei wurden Konflikte im Schulalltag angesprochen und nach gemeinsamen Lösungen gesucht. Es wurden vor allem die Verhaltensweisen der türkischen Jungen gegen ihre Mitschülerinnen und Sprachprobleme angesprochen. Es wurde richtig gestellt, dass das Verhalten von problematischen Jugendlichen nicht allein auf ihre kulturelle oder religiöse Herkunft zurück zu führen ist, was viele LehrerInnen pauschal annehmen. Dabei wurden vor allem soziale und familieninterne sowie individuelle und gesellschaftliche Ursachen diskutiert. Weiterhin wurde davor gewarnt, Islam und Türken gleichzusetzen, was ebenfalls häufig getan wird.

27.05.02: 
2. Anhörung im Harburger Rathaus über das IWB

Erläuterung:
Aufgrund der Schwierigkeiten bei der ersten Anhörung (siehe 22.04.02), wurde ein zweiter Termin gefunden.
Dieser wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten. Die VertreterInnen der CDU und Schill-Fraktion konnten über das Konzept des IWB informiert werden, wie dies bereits bei der ersten Anhörung den SPD- und Bündnis 90/Die Grünen-Vertretern mitgeteilt wurde.

29.05.02:
Beratungsgespräch mit der Schulleiterin der Schule Slomannstieg in Veddel

Erläuterung:
Die Schulleiterin einer Grundschule in Veddel (Frau H. Kneuer) hatte um ein Beratungsgespräch über mögliche religiöse Hintergründe für die Nichtteilnahme muslimischer Schüler an Klassenreisen gebeten. Dabei ging es um einen konkreten Fall, wo ein Vater aus „religiösen Gründen“ seine Tochter nicht mitschicken wollte, wobei er dies ein Jahr zuvor erlaubt hatte. An dem Gespräch nahmen auch die Türkischlehrerin sowie zwei Klassenlehrer teil. Das IWB wurde um ein Schreiben für muslimische Eltern gebeten, um Konflikten wie diesen, vorzubeugen. Diesbezüglich hat das IWB der Schule ein Schreiben über „Problem: Klassenfahrt - Empfehlungen für LehrerInnen und Eltern“ zur Verfügung gestellt. Das gleiche Schreiben ging auch an das Lessing Gymnasium in Harburg sowie an eine Grundschule in Wilhelmsburg, das telefonisch danach angefragt hatte.

29.05.02:
Christlich-Muslimischer Dialog in Buxtehude (Podiumsdiskussion)

Erläuterung:
Auf einer Podiumsdiskussion in einer evangelischen Kirche in Buxtehude, wurde mit einem evangelischen und einem katholischen Pfarrer über „gemeinsame“ Fragen für das Zusammenleben von Muslimen und Christen in Deutschland diskutiert. Dabei ging es auf der einen Seite um Fragen der Religion und dem Umgang der Religionen mit ihren heiligen Texten und auf der anderen Seite um die Beantwortung ganz praktische Fragen, die die BesucherInnen hatten.

31.05.02:
Imam-Pastoren Treffen in Wilhelmsburg (Ort: Fatih Moschee)

Erläuterung:
Seit 2001 treffen sich regelmäßig Imame und Pastoren in Wilhelmsburg (wechselweise in einer Moschee oder einer Kirche). Dabei sprechen sie über die interne Arbeit in Moscheen und Kirchen, über interreligiöse Themen sowie über aktuelle Themen. Das IWB wurde um einen Vortrag über das islamische Schächten und das aktuelle Schächturteil gebeten.


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Juni

01.06.02:
Fortbildung über „Islamische Erziehung“ für muslimische Eltern in Osnabrück

Erläuterung:
Musliminnen hatten den Wunsch geäußert, über islamische Erziehungsvorstellungen fortgebildet zu werden. Dabei wurden familiäre Probleme, wie das Fehlen der Zeit, des Wissens oder des Interesses der Eltern angesprochen. Es wurde gezeigt, dass ideale Wunschvorstellungen und die Möglichkeiten der Eltern weit auseinander liegen. Es wurde um kompetente Hilfe aus Hamburg gebeten, was Materialien für die Moscheepädagogik anbetrifft. Der zuständigen Lehrerin (Frau Kabaktepe) wurden Materialien sowie ein Konzept zugesendet.

02.06.02: 
Fortbildung über „Geschlechterrollen im Islam“ für muslimische Mädchen und Frauen in Rheda/Wiedenbrück (2)

Erläuterung:
Auf einer zweiten Fortbildung in Rheda/Wiedenbrück (nahe Bielefeld) ging es speziell um die Frage nach den „wesentlichen Merkmalen einer Muslimin“. Es wurde die Erfahrung gemacht, dass im Grunde alle wesentlichen Merkmale einer Muslimin auch auf den muslimischen Mann zutreffen. Das Ergebnis war darüber hinaus, das die erkannten Merkmale Kennzeichen aller gläubigen Menschen – also auch von Juden und Christen – sind und somit als ethische Grundlage (Gemeinsamkeit) zwischen den Menschen gesehen werden können.

08.06.02: 
Vortrag über „das Christentum aus islamischer Sicht“ in der Kirchenkreis-Synode zum christlich-muslimischen Dialog in Glückstadt

Erläuterung:
Nach einem Vortrag des Islambeauftragten der Nordelbischen Kirche (NEK) H.-C. Goßmann über „den Islam aus christlicher Perspektive“ wurde ein Vortrag über „das Christentum aus islamischer Sicht“ gehalten. Dabei wurden die wesentlichen Züge der Religionen sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich. Ergebnis der Tagung war, das in den vielen Gemeinsamkeiten (Glaube an denselben Gott, Glaube an das Jenseits, Gebet, Fasten etc.) eine Grundlage zum Dialog zu finden ist und durch die Kenntnis der Unterschiede, Vorurteile abgebaut werden können.

10.06.02:
Vortrag über das „Jenseitsverständnis im Islam“ im Raum der Stille der Universität Hamburg

Erläuterung:
Der „Raum der Stille“ an der Universität Hamburg befindet sich im Gebäude des FB Erziehungswissenschaften und ist mit Hilfe der ESG aus dem Bedürfnis muslimischer Studenten auf einen Gebetsraum hervorgegangen. Hier wurde für Interessierte aus verschiedenen Religionen ein Vortrag über das „Jenseitsverständnis im Islam“ referiert.

13.06.02: 
Zwei Stunden Religionsunterricht zum „Islam“ im Lessing Gymnasium Harburg

Erläuterung:
Auf Wunsch der Lehrerin einer 11. Klasse am Lessinggymnasium in Harburg (Frau Wienecke), wurde der Religionsunterricht besucht und mit den SchülerInnen eine Einführung in den Islam vorgenommen. Dabei waren viele SchülerInnen stille Zuhörer. Auch die muslimischen SchülerInnen, die die Lehrerin als besonders auffällig beschrieb, hatten sich passiv verhalten. Einige SchülerInnen zeigten wenig Respekt vor dem Thema und waren sichtlich negativ von den Massenmedien beeinflusst.

19.06.02: 
Besuch des „Deutsch-Islamischen Instituts für Wissenschaftliche und Kulturelle Zusammenarbeit“ in Celle

Erläuterung:
Da durch deutsche Muslime ein neues Institut mit einer interessanten Zielsetzung gegründet worden war, wurde dieses Institut besucht und mit dem Institutsleiter (Herr Hoffmann) gesprochen.

24.06.-01.07:
Teilnahme am „British-German Forum“ im Wiston House/Wilton Park und London

Erläuterung:
Jährlich findet in England eine von der britischen Regierung geförderte Begegnung zwischen den so genannten jungen „High-Flyers“ aus Deutschland und Großbritannien statt. Auf Empfehlung der Ausländerbeauftragten der Freien- und Hansestadt Hamburg, Prof. Ursula Neumann, wurde auch der Leiter des IWB eingeladen. Die täglichen Konferenzen, zu denen hochrangige Redner aus Europa (Politiker, Journalisten und Wissenschaftler) eingeladen wurden, sollten die Beziehungen zwischen Deutschen und Briten stärken. Zwischen einigen TeilnehmerInnen gibt es immer noch gute Kontakte. Ein weiteres Treffen ist im Juni 2003 in Planung.


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Juni 
02.07.02: 
Tonbandaufnahme im Jumbo Verlag: „Muslimische Kinder fragen muslimische Kinder über den Islam“

Erläuterung:
Eine Grundschullehrerin an einer Schule in Pinneberg, hatte die Idee, mit muslimischen Kindern Fragen zu islamischen Themen zu stellen und diese durch die Kinder beantworten zu lassen. Dabei wurde das IWB um eine Expertenmeinung gefragt, um mögliche Fehler zu korrigieren. Es wurde festgestellt, das die Kinder durch vorgegebene Fragen und Antworten „manipuliert“ wurden, so dass sie auf der einen Seite Fragen stellten, die Muslime Muslimen nie stellen würden (etwas „Wie heißt euer Pastor?“ oder „Wie heißt eure Kirche?“) und auf der anderen Seite falsche Antworten gaben (etwa „Im Islam darf die Frau gegen ihren Willen verheiratet werden“). Daraufhin fand im IWB mit muslimischen Jungen zwischen 11-16 Jahren eine zweite korrigierte Aufnahme statt. Allerdings wurde die geplante MC (Jumbo Verlag) noch nicht veröffentlicht.


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Juli – August: 
Ferienkurse inklusive deutschsprachiger Islamunterricht 
Erläuterung:
In zwei Klassen (23 und 26 Kursteilnehmer) wurden a) ein Themenorientierter Koranunterricht und b) das Leben des Propheten unterrichtet. Dabei wurden vor allem die im IWB entwickelten Materialien verwendet.

18.07.02 
Vortrag über „die wesentlichen Merkmale einer Muslimin“ für junge Musliminnen in Seevetal

Erläuterung:
Mit jungen Musliminnen wurden erst die aus ihrer Sicht „wesentlichen Merkmale einer Muslimin“ gesammelt. Dabei haben fast alle an erster Stelle die „sittsame Kleidung“ genannt. Anschließend kamen „Glaube an Gott“, „Gebet“, „Koranlesen“, „Geduld“, „Lernen“ usw. Im weiteren Verlauf wurde festgestellt, dass die genannten Merkmale auch auf die muslimischen Männer, und auch auf andere gläubige Menschen wie Christen und Juden zutreffen.

21.08.02 
Gespräch mit dem Schulleiter (Herr Kauf) des Harburger Lessinggymnasiums.

Erläuterung:
Damit die LehrerInnen der benachbarten Schule sich bei Fragen an das IWB wenden können, wurde dem Schulleiter das Konzept des IWB ausgehändigt sowie die Gründe für die Gründung des IWB erläutert. Auf Seiten der LehrerInnen waren bereits – aufgrund der teilweise negativen Berichterstattung in den Harburger Medien – Ängste geäußert worden.


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September 
13.09.02 
Gespräch mit dem Hamburger Geschäftsführer der SPD Fraktion Olaf Scholz in der Islamischen Gemeinde Altona – Hicret Moschee

Erläuterung:
Olaf Scholz (SPD) besuchte die Hicret Moschee, um mit der Gemeinde über ihre Fragen und Probleme zu sprechen. Vorher verfolgte er das Freitagsgebet mit und hielt dann mit dem Vorsitzenden der Mosche eine Ansprache. Anschließend wurden interne Fragen und Probleme diskutiert.

15.09.02:
Podiumsdiskussion: Jüdisch-Christlich-Muslimischer Dialog 
(Ort: Lauenburg/Siebenbäumen)

Erläuterung:
Pastor Hans-Christoph Goßmann, Rabbiner Kai Eckstein und Islamwissenschaftler Ali Özgür Özdil haben auf einer Dialogveranstaltung gezeigt, das Christen, Juden und Muslime – zur Überraschung vieler Gäste – viele Gemeinsamkeiten haben und miteinander reden können bzw. müssen. Die BesucherInnen hatten sehr viele Fragen und waren von der entspannten Atmosphäre begeistert, so dass um eine weitere Begegnung (in Lübeck) gebeten wurde.

22.09.03: 
Fortbildung in der Centrum-Moschee zum „Tag der offenen Moschee“

Erläuterung:
An der diesjährigen Fortbildung als Vorbereitung zum „Tag der offenen Moschee“ am 03. Oktober, nahmen ca. 60 Musliminnen und 15 männliche Muslime teil. Erst wurde eine Methode für Führungen vorgestellt, dann wurden Arbeitsgruppen gebildet, die die wichtigsten Fragen zu den Themen „Frau im Islam“, „Fundamentalismus“ und „Moschee“ analysiert haben. Anschließend wurden die Fragen beantwortet. Zum Abschluss wurde eine praktische Moscheeführung durchgeführt.

23.09.02: 
Imam-Pastoren Treffen im IWB

Erläuterung:
Seit einem Jahr treffen sich einmal im Monat, die Imame und Pastoren Wilhelmsburgs. Dabei sprechen sie über ein bestimmtes (aktuelles) Thema. Darüber hinaus pflegen sie den direkten Kontakt zueinander. Dieses Mal fand das Treffen im Gebäude des IWB statt. Das Thema des Treffens war das „Konzept des IWB“.


24.09.02: 
IWB-PTI Veranstaltung für Schulen/Kirchen/Moscheen zum Thema: „Wir geben ihnen einen guten Rahmen“ in der Thomas Kirchen Gemeinde in Neuwiedenthal

Erläuterung:
Mit der Zielsetzung, alle Moscheen, Kirchen und Schulen in Harburg an einen Tisch zu bringen, so dass sie sich gegenseitig über ihre Bildungsarbeit informieren und einander kennen lernen können, hat das PTI gemeinsam mit dem IWB und der Thomas Kirche in Neuwiedenthal eingeladen. Leider waren nur drei Moscheen vertreten, obwohl 10 Moscheen eingeladen wurden. Zum Abschluss wurde ein Unterrichtsmaterial für die Grundschule (die Geschichte Noahs aus islamischer Perspektive) vorgestellt.

25.09.02: 
Vortrag über Erfahrungen im Dialog aus Hamburg bei der Veranstaltung: „Die Türkei auf dem Weg nach Europa“. Veranstaltet von der Herrmann Ehlers Akademie Kiel (Dr. Gustav Kuhn).

Erläuterung:
Auf dieser Veranstaltung hat Prof. Hakki Keskin von der Türkischen Gemeinde Deutschland einen Vortrag über das gegenwärtige Verhältnis der Türkei zu Europa gehalten und dabei die Mitgliedschaftsbestrebungen der Türkei in die Europäischen Gemeinschaft erläutert. Das IWB hat über Erfahrungen in Hamburg berichtet (Interreligiöser Dialog, RU für alle, Akademie der Weltreligionen etc.) und sie als Perspektive für Schleswig-Holstein vorgestellt. Anschließend wurden Arbeitsgruppen über die „Situation türkischer Jugendlicher“, den „Interreligiösen Dialog“ und den „Islamischen RU“ gebildet. Über den RU gab es viele Lücken, so dass ein weiterer Termin gewünscht wurde, wo dieses Thema ausführlicher behandelt werden soll.


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Oktober 
01.10.02: 
Sitzung des Arbeitskreises der Universität Hamburg zur „Akademie der Weltreligionen“

Erläuterung:
Auf dieser Sitzung wurden die weiteren Entwicklungen diskutiert, wie z.B. die Aussicht auf Räumlichkeiten für die Akademie in der Hafen-City. Es wurde auch darüber informiert, das in Münster in einem Zentrum für Religionen ein Lehrstuhl für Islam eingerichtet und dieser international ausgeschrieben werden soll.

02.10.02: 
Vortrag über das Thema: „Was uns verbindet, was uns unterscheidet“. Christlich-Muslimischer Dialog in Glinde

Erläuterung:
In einer ersten Veranstaltung wurde in der Evangelischen Kirche in Glinde ein Vortrag aus islamsicher Perspektive gehalten. Die mehr als 100 BesucherInnen hatten – nach einer Führung durch die Kirche – großes Interesse an dem Thema. Die zweite Veranstaltung hat dann in einer Moschee stattgefunden, wo H.-C. Goßmann aus christlicher Perspektive berichtet hat. Auch die Moschee war voll, so dass die Muslime Platz für die christlichen BesucherInnen machen mussten.

03.10.02: 
Vortrag in der Melanchthon Akademie in Köln über "Aufmerksamkeit für das Alltägliche"

Erläuterung:
Auf einer Veranstaltung der Interreligiösen Arbeitsstelle (INTR°A), der seit Jahren hochrangige Wissenschaftler aus verschiedenen europäischen Universitäten und Instituten mit verschiednen religiösen Hintergründen angehören, wurden buddhistische, jüdische, christliche und muslimische Beiträge gehört. Das IWB hat den muslimischen Beitrag zum Thema geliefert. Der Leiter des IWB wurde daraufhin von den Mitgliedern der INTR°A als Mitglied aufgenommen. Anschließend wurde einem hinduistisch-muslimischen Friedenprojekt, der Projektpreis der INTR°A für „Komplementarität der Religionen“ überreicht.

19.10.02:
Vortrag: „Was ist Islam?“ auf der Veranstaltung: Der Islam – Eine Weltreligion stellt sich vor, in Ingolstadt (Bayern)

Erläuterung:
Auf einer von der IGMG Bayern organisierten Dialogveranstaltung, wurden drei Vorträge zu den Themen „Was ist Islam? Eine Einführung“ (Ali Özdil), „Die Frau im Islam“ (Özlem Nas) und „Interreligiöser Dialog“ (Pia Köppel) gehalten. Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit der Koranrezitation eines Schülers, der aus Hamburg eingeflogen wurde. Da von Seiten der Politik und durch die Printmedien eine Antipropaganda gegen die Veranstaltung betrieben worden war, gab es relativ wenige Besucher. Den Veranstaltern wurden anschließend die Vorträge zugesendet, so dass sie denjenigen, die aus Protest nicht kommen wollten, als Dokumentation zugesendet werden konnten.

31.10.02: 
Lehrerfortbildung im Institut für Lehrerfortbildung Hamburg zum Thema „Islamische Feste“
(IfL: Regine Hartung, IWB: Ali Özgür Özdil)

Erläuterung:
Erst wurde mit den LehrerInnen der Festekalender der Religionen (vom „Interreligiösen Forum“) studiert. Anschließend wurden die beiden islamischen Feste erläutert. Gesprochen wurde vor allem über die Möglichkeit, die islamischen Feste in die Schularbeit zu integrieren, so das muslimische SchülerInnen in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt und die nichtmuslimischen SchülerInnen mehr Verständnis für ihre muslimischen SchülerInnen zeigen können. Des weiteren wurden die islamischen Feste als sinnvolle „Bereicherung“ wahrgenommen.


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November


08.11.02: 
Deutschsprachige Khutba in der Harburger Eyüp Sultan Moschee

Erläuterung:
Auf Beschluss des Bündnisses islamischer Gemeinden in Norddeutschland, wurde das Projekt der „deutschsprachigen Freitagsansprache“ gestartet (siehe mehr auf der Webseite des IWB: www.iwb-hamburg.de). Es richtet sich an eine sich verändernde Gemeindesituation: Die islamischen Gemeinden sind zwar überwiegend türkischer Herkunft, aber die Kommunikationssprache aller Muslime ist deutsch. Während nur die türkischen Muslime türkisch verstehen, verstehen alle Muslime deutsch. Selbst die erste Generation versteht deutsch, auch wenn sie sich nicht gut artikulieren kann. Mit der Zeit sollen sich die Frequenzen der deutschsprachigen Freitagsansprachen erhöhen. Zurzeit ist nur eine Khutba im Monat in deutscher Sprache vorgesehen.

13.11.02: 
Vortrag in der Katholischen Hochschulgemeinde Hamburg über: „Religiöse Wurzeln des Islam und seine Auswirkung auf das heutige Menschenbild“

Erläuterung:
Eine Zusammenarbeit zwischen der Islamischen Hochschulgemeinde (IHG) und der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) führte zu einer Reihe von Dialogveranstaltungen. Als Teil dieser Reihe wurde um einen Vortrag über: „Religiöse Wurzeln des Islam und seine Auswirkung auf das heutige Menschenbild“ gebeten. Die TeilnehmerInnen konnten einen Einblick in den Islam und sein Menschenbild bekommen und mit mehreren „Aha-Effekten“ sowohl Gemeinsamkeiten zum eigenen Verständnis als auch Unterschiede erkennen. Es war vor allem auch deutlich geworden, wie groß die Wissenslücken zum Islam sind.

14.11.02: 
„Tag der Weltreligionen“ in Hamburg und Vorstellung des IWB im Rahmen interkultureller Projekte (Ort: PTI Hamburg)

Erläuterung:
Zum erste Mal wurde in Deutschland ein „Tag der Weltreligionen“ organisiert. Organisator war der „Runde Tisch in Mainz“. Als Ort wurde Hamburg vorgesehen, weil viele aktive Mitglieder aus Hamburg stammen und Hamburg über die besten Dialogerfahrungen und -netzwerke in Deutschland verfügt. Neben dem Besuch der Gebetsstätten der beteiligten Religionen, wurden thematische Schwerpunkte angeboten sowie interkulturelle Projekte vorgestellt. Im Rahmen dieser Projekte wurde den Gästen das Konzept des IWB vorgestellt.

21.11.02: 
Lehrerfortbildung im Institut für Lehrerfortbildung (IfL) zum Thema „Islam im Internet“

Erläuterung:
Um die LehrerInnen an neue Medien zu gewöhnen, wurde im IfL (von Christian Lenz) eine Fortbildung über „Religionen im Internet“ angeboten. Dazu wurden verschiedene Quellen vorgestellt und an zwei praktischen Themen gearbeitet: a) Judentum im Internet (von Rabbiner Kai Eckstein) und b) Islam im Internet (von Ali Özgür Özdil). Dabei wurden die wichtigsten Webseiten vorgestellt und der Umgang mit ihnen erläutert. Wo kann man z.B. eine deutsche Übersetzung des Koran finden? Welche Seite gehört welcher Organisation?

21.-23.11.02: 
Fortbildung für Berufsschullehrer in Rendsburg (Veranstalter: PTI Kiel)

Erläuterung:
Auf einer mit dem PTI Kiel (mit Frau Sieglinde Kelm) organisierten Tagung in Rendsburg, wurde erst eine Moschee besucht. Nach der Führung durch die Moschee, fand ein Gespräch mit dem Imam statt. Anschließend wurde die Tagungsstätte besucht, wo ein Film zum Islam analysiert, Unterrichtsmaterialien für den RU erläutert und Fragen beantwortet wurden.

26.11.02: 
Besuch im Pastoralkolleg Ratzeburg und Gespräch mit Dr. Jörn Halbe über eine gemeinsame Fortbildung von Imamen und Pastoren für das Jahr 2004

Erläuterung:
Gemeinsam mit dem Islamreferenten der NEK Hans-Christoph Goßmann wurde die Idee einer „Dialogpartnerschaft“ zwischen benachbarten Moscheen und Kirchen entwickelt. Dazu benötigt man jedoch einen intensiven Kontakt zwischen den betroffnen Einrichtungen, der zu gemeinsamen Projekten führen sollte (wie z.B. das Projekt Advent-Ramadan zwischen der SCHURA und der NEK in den letzten drei Jahren). Das IWB wollte die Idee der gemeinsamen Fortbildung von Imamen und Pastoren mit dem Pastoralkolleg in Ratzeburg durchführen, da diese bereits über Erfahrungen verfügt. Dabei sollen die Imame und Pastoren aufgeklärt werden über die Kirche/Moschee, die Predigt des anderen, den Alltag und Arbeitstag von Pastoren/Imamen, den Umgang mit der Bibel/ den Koran etc. Es ist eine einwöchige Fortbildung für das Jahr 2004 vorgesehen (Termin steht noch nicht fest).

29.11.02:
Deutschsprachige Khutba in der Schnelsen Moschee

Erläuterung:
In Hamburg-Schnelsen wurde für die islamische Gemeinde ein neues Gebäude erworben. Die meistens Gemeindemitglieder gehören der zweiten Generation an. Hier wurde im Rahmen des Projektes „deutschsprachige Freitagsansprache“ eine Khutba zum Thema „Gerechtigkeit“ aus der Sure 55, Verse 1-9 gehalten.

30.11.02: 
Vortrag über „Da´wa und Teblig im Islam“ zum gemeinsamen Iftar vom Schura Jugendausschuss und des IJB

Erläuterung:
Jährlich veranstaltet der Schura-Jugendausschuss ein Iftar (=Essen) im Ramadan für muslimische Jugendliche. In diesem Jahr wurde dieses Essen gemeinsam mit dem Islamischen Jugendbund organisiert. Der Leiter des IWB wurde gebeten, einen Vortrag über das Verständnis von „Da´wa und Teblig“ zu halten. Die arabischen Begriffe „Da´wa und Teblig“ sind nicht im Sinne von Mission zu verstehen, sondern als „Einladung (zum Islam) und vorbildhaftes Leben (von Muslimen)“. Es wurde mit den ca. 120 Jugendlichen über die von jedem Muslim zu erfüllenden Bedingungen für diese Aufgabe gesprochen. Ein vorbildhaftes Leben ist demnach nicht nur Aufgabe von Imamen oder Religionsgelehrten, sondern aller Muslime.


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Dezember 
04.12.02: 
Vortrag über „Koran und Tafsir“ zum Iftar (=Essen) der Islamischen Hochschulgemeinde an der Universität Hamburg

Erläuterung:
Die IHG organisiert in jedem Ramadan einmal die Woche ein Iftar für die studierenden der Universität Hamburg. Dabei werden nicht nur die muslimischen StudentInnen eingeladen. Nach jedem Essen findet ein wissenschaftlicher Vortrag statt. Diesmal ging es um das Thema „Koran und Koranexegese (Tafsir)“. Dabei wurde eine Einführung in den Koran und in die Koranexegese gegeben mit einer kritischen Auseinandersetzung mit Koranübersetzungen. Durch Vorstellung einiger Koranübersetzungen in deutscher Sprache, wurde an exemplarischen Beispielen die Unzulänglichkeit von Übersetzungen gezeigt. Auf der anderen Seite wurde an dem koranischen Wort „auliya“ gezeigt, wie man zu falschen Deutungen/Interpretationen kommen kann, wenn man das Wort nur als „Freund“ übersetzt.

05.12.02: 
Teilnahme am Ramadan-Empfang der SPD im Hamburger Rathaus

Erläuterung:
In der Hansestadt Bremen findet seit mehreren Jahren ein offizieller Empfang der Muslime zum Ramadanfest im Bremer Rathaus statt. Dies geht auf den Bremer Bürgermeister Henning Scherf (SPD) zurück, der sich in einem guten Dialog mit Muslimen befindet. Von diesen Erfahrungen profitierend hat auch die Hamburger SPD in diesem Jahr einen Empfang organisiert, zu der mehrere hundert BesucherInnen kamen. Das Buffet wurde von der Centrum-Moschee organisiert, so dass das Essen islamischen Vorstellungen entsprach. Diese Tradition soll nun in den folgenden Jahren fortgeführt werden.

06.12.02: 
Deutschsprachige Khutba in der Islamischen Gemeinde Altona - Hicret Moschee

Erläuterung:
Auf Wunsch des Gemeindevorstandes wurde auch in Altona eine deutschsprachige Freitagsansprache gehalten. Dabei ging es um den „Wert der Sprache“ jenes Landes, in dem man lebt. Die Sprache ist nicht nur die Säule der eigenen Kultur oder ein wichtiges Kommunikationsmittel, sie ist ein Schlüssel zu anderen Kulturen sowie ein unverzichtbares Mittel für Dialog und Bildung.

10.12.02: 
Lehrerfortbildung in der H19 Eckenförderstraße für Berufsschullehrer über „Wertevorstellungen muslimischer Jugendlicher“

Erläuterung:
Auf Anfrage der Berufsschule H19 (Frau Hülsmann) wurde für alle LehrerInnen der Schule eine Fortbildung durchgeführt. Dabei wurden Konflikte im Schulalltag angesprochen und nach gemeinsamen Lösungen gesucht. Es wurden vor allem die Verhaltensweisen „ausländischer“ SchülerInnen angesprochen. Es wurde richtig gestellt, dass das Verhalten von problematischen Jugendlichen nicht allein auf ihre kulturelle oder religiöse Herkunft zurück zu führen ist, was viele LehrerInnen pauschal annehmen. Dabei wurden vor allem soziale und familieninterne sowie individuelle und gesellschaftliche Ursachen diskutiert. Insbesondere die Frage nach „der Ehre (bei Türken oder Muslimen)“ wurde problematisiert, wobei dieser Begriff oft als Hülle ohne Inhalt benutzt wird. „Du hast mich in meiner Ehre verletzt“ setzt nicht voraus, dass der Jugendliche „Ehre“ definieren“ kann. Vielmehr wird „Ehre“ zum Schutz im Sinne von „Du hast bei mir eine Grenze überschritten, mit der ich nicht klar komme“ benutzt. Weiterhin wurde davor gewarnt, Islam und Türken gleichzusetzen, was ebenfalls häufig getan wird.

10.12.02: 
Treffen mit der Mitarbeiterin der Britischen Botschaft in Hamburg, Jo Dawes und der Ausländerbeauftragten der Freien- und Hansestadt Hamburg, Prof. Ursula Neumann

Erläuterung:
Für die Auswertung des „British-German Forum 2002“ (siehe 24.06.-01.07.02) wurden die drei Hamburger Teilnehmer zu einem Treffen eingeladen. Dabei wurde auch über mögliche KandidatInnen für das Forum im Jahre 2003 gesprochen.